Manfred Häusl
Ich möchte mich hier kurz vorstellen: Ich bin im Frühling 73 in Graz geboren, Vater von drei Kindern, glücklich verheiratet.
Ich hatte einen etwas schwereren Start ins Leben, in meiner Ursprungsfamilie gab es auf vielen Ebenen große Probleme. Ich hatte das Glück, dass ich mit meinen drei Geschwistern mit knapp vier Jahren von einer Pflegefamilie sehr wohlwollend und liebevoll aufgenommen wurde.
Bis heute ist dies "meine" Familie. Ich weiß also sehr genau, was es bedeutet, keine optimalen Startbedingungen zu haben und wie viel Kraft es braucht, auf verschiedenen Ebenen zu erreichen, was für Andere selbstverständlich ist.
In meiner neuen Familie hatte ich das große Glück, mit Pferden aufwachsen zu dürfen. Mit knapp neun Jahren hatten wir unser erstes Pferd zu Hause, ein paar Jahre später folgte das Zweite.
Unsere Eltern brachten uns viel Vertrauen entgegen, stärkten unsere Selbstverantwortung und trauten uns viel zu. Wir waren von der Futtergewinnung über die Pferdepflege bis hin zum Ausmisten voll miteingebunden, was eine intensive Bindung zu unseren Pferden zur Folge hatte. Wir ritten, sprangen, fuhren, schwammen mit unseren Pferden, ohne dies groß gelernt zu haben. Wir Kinder hatten einen sehr emotional-intuitiven Zugang zu unseren Pferden und lernten viel von ihnen und mit ihnen, sie waren unsere besten Lehrer.
Erst viel später erwarb ich die offiziellen reitsportlichen-, ausbildnerischen- und reittherapeutischen Qualifikationen. Für mich war und ist es das Größte, mit einem Pferd zu dem ich mich emotional verbunden fühle, im gestreckten Galopp in den Sonnenuntergang zu reiten. Aus meinen eigenen positiven Erfahrungen heraus und natürlich meiner Liebe zu Pferden entwickelte sich ein Arbeitsfeld. Hier kann ich anderen Menschen diese tollen Gefühle, Erfahrungen und heilsamen sowie aufbauenden Kräfte der Pferde weitergeben, die ich selbst am eigenen Leib erfahren habe, was mich sehr glücklich macht.
Von meiner Berufslaufbahn her begann ich mit einer Lehre als Maschinenschlosser. Hier konnte ich meine technischen Fertigkeiten entwickeln und lernte, was es heißt, in einem großen Unternehmen zu Arbeiten. Ich erkannte bald, dass mich diese Arbeit und das gesamte Umfeld nicht im Innersten berührte, schloss die Ausbildung aber trotzdem mit Auszeichnung ab.
Ein einschneidendes Erlebnis war mein Zivildienst, den ich in einer Notschlafstelle und einem Übergangswohnheim der Caritas absolvierte. Ich erkannte, dass ich für die Arbeit mit Menschen viele Fähigkeiten und ein gutes Gespür hatte, mich diese Tätigkeit erfüllte, was eine sehr wichtige Erkenntnis für mich war. Nach dem Zivildienst kamen einige Wanderjahre, ich probierte verschiedene Dinge aus und sammelte wichtige Erfahrungen bei einigen längeren Auslandsreisen. Hier kam ich auch mit Musik und Musikinstrumentenbau in Kontakt. Bis dahin erlebte ich mich eher als unmusikalisch.
Gerade am anderen Ende der Welt sollte ich hier eines Besseren belehrt werden. Mir machte es wahnsinnig großen Spaß, diverse Instrumente selbst herzustellen und auf eine sehr ungezwungene, unkonventionelle und ursprüngliche Art damit zu spielen. Ich eignete mir hier viele Fertigkeiten und Kenntnisse an. Ein Musikinstrument selbst zu bauen und zu spielen ist eine magische Erfahrung. Diese Erfahrungen wollte ich auch anderen Menschen ermöglichen, weshalb ich begann, Workshops und Kurse in diesem Bereich anzubieten.
Mit 24 Jahren begann ich die dreijährige Ausbildung zum Dip. Behindertenpädagogen an der Heilpädagogischen Lehranstalt in Graz.
Hier lernte ich viel über Pädagogik und die Entwicklung des Menschen. Schon während dieser Ausbildung erkannte ich die großen Potenziale der Pferde für die Arbeit im Heil- und Sonderpädagogischen Feld und begann die Qualifikationen für die Reittherapeutische Ausbildung beim Österreichischen Kuratorium für Therapeutisches Reiten zu absolvieren.
Im Sommer 2000 übersiedelte ich nach Salzburg und begann hier bei einem Reitstall mit der Pferdearbeit. Seit 2001 arbeite ich auch für die Jugendwohlfahrt Hallein. Hier darf ich verschiedenste Kinder und Jugendliche und deren Familien begleiten und betreuen. Dabei kann ich viele meiner eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten gut einbringen.
Menschen beim Wachsen zu begleiten, erfüllt mich sehr.
Ich bin selbst sehr, sehr gerne in der Natur, wollte diese positiven, aufbauenden Kräfte und Möglichkeiten reflektierter und gezielter für meine Arbeit mit Menschen einsetzten, weshalb ich eine zweijährige Ausbildung zum Systemischen Erlebnispädagogen, die ich 2007 abschloss, absolvierte. Neben dem Einsatz diverser Methoden und Settings in meiner alltäglichen Arbeit biete ich im speziellen auch verschiedene erlebnispädagogische Projekte vom Nachmittag im Wald um die Ecke, bis hin zum Segelprojekt am Meer an.
Ich bin sehr vielseitig interessiert, neugierig und überaus glücklich darüber, in solch spannenden und erfüllenden Arbeitsfeldern wachsen und lernen zu dürfen.